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Guerilla Gardening im Trend

Klingt nach einer modernen Bewegung unserer Zeit? Nicht ganz: Schon 1973 warf eine New Yorker Künstlerin sogenannte „Seed Bombs“ auf unschöne, verlassene Grundstücke – in Form von Christbaumkugeln, die sie mit Erde und Samen gefüllt hatte. Und heute? Ist Guerilla Gardening beliebter denn je.

Heimlich die Umgebung grüner und schöner machen, das ist das Ziel dahinter. Und auch Protest und friedliche Kampfansage an die Klimakrise. Im Jahr 2000 zum Beispiel bepflanzten Umweltaktivist*innen den Parliament Square in London. Dabei ist die Idee des Guerilla Gardening das heimliche, oder eher: das unerwartete (und manchmal auch unerlaubte) Gärtnern. Denn ja, auch wenn blühende Betonverschönerung Auge und Natur gut tut: ohne Genehmigung auf öffentlichem Grund ist das Sachbeschädigung. Beim Samenbombenwurf auf Privatgrundstücke kann sogar Schadenersatz verlangt werden. Deshalb: Cool bleiben, klein denken. Der Begriff „Guerilla“ stammt aus dem Spanischen und steht für den unkonventionellen „kleinen Krieg“, einer, der mit kleinem Einsatz große Wirkung erzielt. Daumen hoch, denn Engagement, das wird auch bei der Sparda-Bank BW großgeschrieben.

Wie’s mit dem grünen Überraschungsangriff klappt?
Wir haben Ideen gesammelt.

  • Ans Umfeld denken. Nicht zu weit weg und vor allem nicht mit dem Auto fahren – auch in der Nähe sind Blumen bestens aufgehoben.
  • An die Umwelt denken. Nehmen Sie Samen heimischer Arten, damit Insekten auch etwas davon haben. Übrigens: Manche Brachflächen sehen zwar nicht schön aus, sind aber für Eidechsen und auf dem Boden brütende Vögel wichtig.
  • Loslassen. Mit dem Wurf der Seed Bombs werfen Sie auch Ihre Rechte am Grün weg. Das heißt, Sie können nichts dagegen tun, wenn jemand Ihre Pflanzen abschneidet oder deren Früchte erntet.
  • Verantwortung übernehmen. Auch nach dem Wurf freuen sich Ihr Guerilla-Grün über Pflege und Wasser.
  • Den richtigen Zeitpunkt wählen. April bis Juni sollten Sie aussäen, an Stellen, die nicht direkt danach gemäht werden und wo Wachsendes nicht sofort ausgerissen oder plattgetrampelt wird.
  • Gleichgesinnte suchen. Guerilla-Gardning-Gruppen gibt’s in sozialen Netzwerken zuhauf, und zu mehreren macht’s auch gleich mehr Spaß. Außerdem helfen Tipps der erfahrenen Guerilla-Gärtner*innen.

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