Alles Interpretationssache

„Warum sind eigentlich die Teesorten so viel exotischer als mein Leben?“, fragt sich die Newcomer-Band ok.danke.tschüss.

Die Newcomer-Band ok.danke.tschüss.

Die Newcomer-Band ok.danke.tschüss.

Vier junge Leute bringen Generationen unter einen bunten Hut. Alt-Rocker machen ihnen Komplimente. Ein achtjähriger Fan schickte ihnen seine Cover-Version ihres Songs „Zu laut in der Disco“. Als Vorgruppe von „Fettes Brot“ lernten sie einen 12-jährigen Jungen kennen, der ihre Texte auswendig mitsingt. Und die sind alles andere als anspruchslos. Die Newcomer-Band ok.danke.tschüss. ist auf dem Erfolgspfad. Der immense Spaß, den Eva Sauter und Benjamin Doser, beide 23 Jahre alt, Manuel Praxmarer (29) und Lucas Firmbach (24) an ihrer Musik haben, springt über. Die Schublade, in die sie passen würden, müsste schon ziemlich groß sein. „Cindy-Pop“ nennen sie ihre musikalische Stilrichtung, ein wortspielerischer Mix aus dem Synthie-Pop der 70er und „Indie“, wie der zeitlose Independent liebevoll genannt wird. Ebenso passend finden sie die Bezeichnung „Einhorn-Rock“. „Alle Elemente unserer Musik gab es schon, aber halt nicht in dieser Zusammensetzung“, erklärt Eva das Unerklärliche. Zu den schönen Tönen gibt es gesungene Poesie: „Texte, die sich über irgendwas beschweren“, wie die Band ironisch zusammenfasst. Tatsächlich schreibt Cheftexterin Eva Liedzeilen, die ebenso bildgewaltig wie witzig sein können. Zum Entzücken ihres Publikums stellen ok.danke.tschüss schwerwiegende Menschheitsfragen wie „Warum sind eigentlich die Teesorten so viel exotischer als mein Leben?“ oder „Seh ich aus wie ein bekackter Pelikan?“ und stellen fest: „Das erste, was ich der neuen Stadt gelernt habe, heißt ‚Sauber ist relativ.‘“ In ihrem hitverdächtigen Song „Vincent van Gogh“ kriegt sogar die Mona Lisa ihr Fett weg. Es sei eben „alles Interpretationssache“, vermittelt das kreative Quartett komponiertes Kunstwissen.

Genau genommen beginnt die Geschichte 2017, als sich Eva mit ihrem doppelbödigen Ohrenschmeichler „Regen“ beim SONGS-Songwriting-Wettbewerb der Popakademie Baden-Württemberg auf den ersten Platz sang. Schon zweimal entschied sie danach in der Jury mit, welche Bewerber sich bei der Endausscheidung im SpardaWelt Eventcenter präsentieren durften. „Es ist ein toller Wettbewerb und je bekannter er wird, um so besser werden die Beiträge“, stellt sie begeistert fest. Sie selbst fasste durch SONGS den Mut, bei weiteren Nachwuchskonzerten aufzutreten.

Im September 2017 traf die Tübingerin als frischgebackene Studentin der Popakademie den Bassisten Manu, Tastenkünstler Lucas und Schlagzeuger Benny bei der Bandbörse der Erstsemester. Die ersten Videos drehten sie mit ihrem Kommilitonen Henri Heiland, Management und Booking hat Musikbusiness-Student Patrick Kruppa übernommen. Besser kann man Learning by Doing kaum umsetzen. Noch stärker ist die Band bei zwei Arbeitsphasen des Popcamps der Akademie zusammengewachsen. „Dort durften wir jeweils eine Woche lang Musik machen und hatten tolle Coaches dabei, die uns unfassbar engagiert unterstützt und weitergeholfen haben.“

Bei etwa 50 Live-Konzerten hat ihr „Cindy-Pop“ mittlerweile bundesweit die Herzen erobert. Besonders häufig werden ihre Musikclips in Berlin und Hamburg angeklickt. In der Hansestadt waren sie letztes Jahr auf dem berühmten Reeperbahn-Festival dabei. „Für das Video, welches demnächst erscheint, war ein besonders junges und kreatives Team von Kameraleuten, Regie, Szenenbild sowie Produktionsleitung versammelt“, sagt Benny stolz. „Das ist schon ein Zeichen dafür, dass das Ganze Wellen schlägt.

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5 Jahre SONGS - Ein einzigartiger Talentwettbewerb feiert Geburtstag

Supertalent-Shows sind längst schon Massenware. SONGS dagegen ist ein echter Solitär. „Es gibt in unserem Bundesland eine erhebliche Zahl von jungen, musikalischen Talenten, die im stillen Kämmerlein oder im Schulmusikunterricht kreativ sind“, erklärt Professor Udo Dahmen, künstlerischer Direktor der Popakademie Baden-Württemberg. „Ihnen wollen wir eine Plattform bieten, auf der sie sich beweisen können.“ Der Anspruch ist hoch, denn fremde Lieder nachsingen, gilt nicht: „Dass der Focus bei uns unter anderem auf Komposition und Songwriting liegt, ist bundesweit einzigartig.“

Die Popakademie Baden-Württemberg in Mannheim wurde 2003 gegründet und hat seither viele bekannte Künstler*innen wie Alice Merton und Joris hervorgebracht. Heute betreibt das Institut Musikprojekte in vielen verschiedenen Ländern, unter anderem auch in Afrika.

Vor fünf Jahren konnte SONGS dank der Förderung durch die Stiftung Bildung und Soziales der Sparda-Bank BW aus der Taufe gehoben werden. „Bankvorstand Martin Hettich und wir waren uns sofort einig, dass das eine sehr gute Idee ist“, erzählt Dahmen, wie alles begann. Auch der Jugendmusiksender bigFM begleitet SONGS seit der ersten Stunde. Mehr als hundert Bewerbungen würden mittlerweile jährlich eingereicht, Tendenz steigend.


Kein Scherz:

Am 1. April 2020 ist Einsendeschluss für den Songwriting-Wettbewerb SONGS. Mitmachen dürfen alle Musiktalente im Alter von 11 bis 21 Jahren, die in Baden-Württemberg zur Schule gehen oder ein Jugendzentrum besuchen. Weitere Infos unter www.popakademie.de/de/dabei-sein/songs/


Zum 5. Geburtstag bekommt SONGS natürlich passende Geschenke

Für das Preisträgerkonzert am 15. Mai 2020 im SpardaWelt Eventcenter, soviel kann jetzt schon verraten werden, haben sich prominente Überraschungsgäste angekündigt! Der Eintritt ist kostenlos.