Leben ohne Bargeld

Klauen Kriminelle jetzt unbemerkt Ihr Geld und Ihre Daten?

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Geldkarten mit Kontaktlos-Funktion

Das kontaktlose Bezahlen mit entsprechend ausgerüsteten Karten ist in Deutschland mittlerweile alltäglich. Nach den Angaben der Bundesbank nutzen hier knapp ein Drittel aller Besitzer von Debitkarten und 39 Prozent aller Kreditkarteninhaber die praktische Funktion.

Glaubt man jedoch Warnungen im Internet, ist die Nahfeldkommunikation (NFC) eine gefährliche Sache. Die Technik, die es erlaubt, statt durch Einstecken nur noch durch einfaches Hinhalten einer Karte an das Kassenterminal zu bezahlen, so die Befürchtung, könnte eine neue Form des Taschendiebstahls auf den Plan rufen. So gibt es Videos, in denen Journalisten mit Lesegeräten durch eine belebte Fußgängerzone laufen und den Passanten unbemerkt das Geld kontaktlos aus der Hosentasche abbuchen. 

„Wenn das wirklich so einfach wäre, hätten schon tausende Menschen solche Diebstähle angezeigt“, sagt dazu Arne Pache, Vice President Digital Payments bei Mastercard. Tatsächlich aber sei dem Unternehmen noch kein einziger echter Vorfall dieser Art gemeldet worden. 

Die kontaktlosen Transaktionen würden durch das gleiche Zahlungsnetzwerk verarbeitet wie beim herkömmlichen Einstecken der Karte: „Auf dem Chip sind weder persönliche Daten wie der Name oder die Adresse des Karteninhabers noch der dreistellige Sicherheitscode gespeichert und können darum auch nicht ausgelesen werden.“ Der Chip übermittle die zur Zahlung notwendigen Daten zudem nur über den geringen Abstand von maximal vier Zentimeter. 

Was in den Videos nicht erwähnt wird: Der Cyber-Dieb müsste das Geld zugunsten eines Kontos abbuchen, auf das er Zugriff hat – und wäre damit von der Polizei leicht identifizierbar. Die Lesegeräte, mit denen die Journalisten unterwegs waren, hätten sie am Ende auch verraten. Denn Kartenterminals werden grundsätzlich registriert. „Ein Risiko, welches sich bei der geringen Höhe der möglichen betrügerischen Abbuchungen kaum lohnt“, gibt Arne Pache zu bedenken.

Höchstens 25 Euro lassen sich ohne Eingabe einer PIN von einer Mastercard (Kreditkarte) oder der Sparda-Debitkarte abbuchen. Damit soll das Bezahlen an der Ladenkasse noch schneller und bequemer werden. Aus Sicherheitsgründen wird die PIN aber auch dann in unregelmäßigen Abständen gefordert.

Bargeld, soviel steht fest, ist Langfingern lieber. Und das ist dann im Ernstfall weg – während man jede Karte sofort sperren lassen kann und obendrein, wie bei Mastercard und Sparda-Bank, gegen mißbräuchliche Nutzungen abgesichert ist. Wenn keine grobe Fahrlässigkeit vorliegt, erstattet der Kartenherausgeber den Schaden.