Radfahren macht glücklich

Während der Corona-Krise haben die Deutschen das Glück der Erde auf dem Sattel entdeckt: Das Fahrrad ist das Fortbewegungsmittel der Stunde. Auf zwei flotten Rädern düst man ohne die drangvolle Enge in den öffentlichen Verkehrsmitteln quasi „virenfrei“ zur Arbeit und tut gleichzeitig etwas für die körperliche Fitness. Radwanderungen sind auch eine prima Alternative zum Spazierengehen: An Ansteckungsgefahren rollt man dann ruckzuck vorbei.

Sie treten fast täglich in die Pedale: Zwei Mitarbeiterinnen und ein Mitarbeiter der Sparda-Bank BW berichten, warum ihnen ihr gutes Rad so teuer ist.

Sie treten fast täglich in die Pedale: Zwei Mitarbeiterinnen und ein Mitarbeiter der Sparda-Bank BW berichten, warum ihnen ihr gutes Rad so teuer ist.

Alex Keck

Ohne Elefant über die Alpen

Schlichte Ausflüge sind Alex Keck schon lange nicht mehr genug. Bereits zweimal hat der Leiter der Sparda-Bank-Filiale Tübingen auf den Spuren Hannibals die Alpen überquert – nur auf dem Mountainbike statt auf einem Elefanten. Beide Male begleitete Tochter Marie den sportlichen Papa. Bei der ersten Tour war das tapfere Mädchen gerade mal 14 Jahre alt. Bis München ging es mit dem Zug, danach wurde vier Tage gestrampelt: Über Tegernsee, Achensee, Innsbruck und Brenner bis Bozen führte die rund 300 Kilometer lange Etappe auf der klassischen Radstrecke zwischen der bayrischen Metropole und Venedig. Hellauf begeistert hat den großen wie die kleine Keck der spektakuläre Radweg längs der Brennerautobahn auf einer umgebauten, ehemaligen Eisenbahntrasse in Südtirol: „Man radelt da immer wieder durch alte Tunnel, in denen per Bewegungsmelder das Licht angeht. Das ist ganz toll gestaltet!“ Aber auch mit dem baden-württembergischen Radwegenetz ist der konditionsstarke Finanzfachmann zufrieden: „Wer da schimpft, hat sich noch nicht richtig damit beschäftigt.“ Seit einem Jahr, so verrät Alex Keck, sind er, seine Frau und die beiden Töchter fast nur noch elektrisch unterwegs: „Wir haben im Urlaub mal eine Probetour auf Leih-E-Bikes unternommen und da hat es uns erwischt.“

 

Elsa Ruef-Bubeck

Nur eine Ampel bis Stuttgart-Hauptbahnhof

Erwischt hat es auch Elsa Ruef-Bubeck: Während der letzten drei Monate hat sich unsere Marketingreferentin regelrecht in ihren – nichtelektrischen – Drahtesel verliebt. Früher habe sie sich zwar immer wieder vorgenommen statt mit den „Öffis“ öfter mal auf dem Rad in die Sparda-Bank-Zentrale am Stuttgarter Hauptbahnhof zu fahren, es dann aber doch nicht getan. Seit März haben ihr die Corona-Krise und das eher unangenehme Gefühl in der überfüllten S-Bahn endlich den nötigen Antrieb verschafft. „Ich war schon drauf und dran, mein SSB-Abo zu kündigen, weil ich gemerkt hab, wieviel Spaß das macht und wie gut es tut, jeden Tag ein bisschen Sport zu treiben“, strahlt sie. Wobei „ein bisschen“ leicht untertrieben ist: Immerhin 16 Kilometer lang ist ihre allerdings wirklich traumhafte Strecke runter vom Rotenberg, durch Weinreben, Stadtgarten und am Neckar entlang bis in die City. Was für den Hinweg superbequem ist, wird auf der Heimfahrt zu einer kleinen Herausforderung, denn dann geht es stramm den Berg hinauf. Doch die junge Frau wächst mit der Aufgabe: „Inzwischen radle ich vor mich hin, schaue auf die Landschaft und merke manchmal erst nachdem ich oben angekommen bin, dass ich gerade eine Steigung hinter mir habe.“ Was sie richtig cool findet: „Auf der Strecke gibt es nur eine einzige Ampel.“ Bei Regen lässt die frischgebackene Alltagsradlerin ihr Trekkingrad nur ungern stehen, aber pitschnass im Büro zu erscheinen, ist für sie dann doch keine Option.

 

Andrea Bidlingmaier

Der beste Friseur ist immer dabei

„Man kommt morgens gleich in Schwung und voller guter Gefühle bei der Arbeit an“, macht uns Andrea Bidlingmaier Appetit auf den Genuss des Ins-Büro-Radelns. Das Workout auf dem Nachhauseweg sei dann wiederum gut fürs mentale „Runterkommen“. Die Anlageberaterin bei der Sparda-Bank Göppingen zieht die elegante Kraft des Fahrrads schon seit vielen Jahren allen benzinbasierten Pferdestärken vor und nicht erst seit Corona. Wie schafft sie es trotz der morgendlichen Tour passend für den Job gekleidet zu sein? Ganz einfach: „Bei uns muss man nicht mit hohen Absätzen und Kostüm zur Arbeit kommen. Ich bin sowieso eher der sportliche Typ und besitze vor allem Kleidung, die schick aussieht und trotzdem fahrradtauglich ist.“ Elegante Schuhe oder von Verschmutzung gefährdete, helle Textilien werden im Zweifelsfall in den Rucksack gepackt und erst vor Ort angezogen. In dem praktischen Gepäckstück steckt auch eine Sporthose, die bei unerwarteten Wetterumschwüngen ihren Einsatz hat. Was die geordnete Haartracht betreffe, sei der Fahrradhelm gerade während des Corona-Lockdowns ihr bester Friseur gewesen: „Der hat mir den Haarglätter ersetzt“, lobt Andrea Bidlingmaier die Vorteile des nicht unbedingt bei jedermann beliebten Kopfschutzes. Über was sich ihr Fahrrädle bestimmt riesig freut: Es darf sie auch in fast jeden Urlaub begleiten.

 

Navigations-Apps für die Abenteuer-Fahrradtour

getestet und empfohlen von Alex Keck


Naviki

Die App hat Alex Keck zwei Mal über die Alpen gebracht. Mit den kostenpflichtigen Extras hat die Anwendung einiges zu bieten: Tourenplanung für verschiedene Fahrradtypen, Sprachansagen, Strecken für S-Pedelecs, die auf Radwegen nicht verkehren dürfen, und mehr als 100.000 Tourenvorschläge der Nutzer-Community. Gegen Aufpreis liest Naviki zudem Puls- und Radsensoren aus.

Outdooractive

Funktioniert auch für Wander- und Wintersportausflüge. Tourismusregionen auf der ganzen Welt steuern Tourenvorschläge bei, ebenso wie die Outdooractive-Redaktion und die Nutzer der App. Die Touren können am PC geplant und dann auf das Smartphone übertragen werden.