Umzug nach fünfundzwanzig Jahren

Was hat die Sparda-Bank BW mit einer Vorkämpferin für das Frauenwahlrecht zu tun? Ganz einfach: Ab 18. Mai ist die Esslinger Filiale in der Eugenie-von-Soden-Straße zuhause.

Filiale Esslingen

Filiale Esslingen

„Alte Gebäude und neue Technik passen selten gut zueinander“, spricht Sven Theurer aus Erfahrung. Seit 2013 leitet er die Filiale der Sparda-Bank BW in Esslingen am Neckar. Knapp 25 Jahre, nämlich ab 11. September 1995, hatte die Filiale ihr Zuhause im 1883 erbauten und heute denkmalgeschützten Bahnhofsgebäude. „Solche Räumlichkeiten lassen sich nur in recht eingeschränktem Rahmen modernisieren“, erklärt Theurer. Natürlich sei das Haus in der Bahnhofstraße 1 sehr schön. Doch letztlich hätten die zum Teil baulich bedingten Nachteile in dem altehrwürdigen Gemäuer überwogen. Ebenso sei der Standort inmitten der innenstädtischen Partyzone etwas schwierig: Wegen nächtlicher Beschädigungen der Automaten im SB-Bereich mussten dort die Türen zwischen 23 und 5 Uhr verschlossen bleiben. Zusammen mit seinem Team freut sich der Filialchef nun „wie Bolle“ auf die nagelneuen Geschäftsräume in der Eugenie-von-Soden-Straße 10/1. Am 18. Mai 2020 ist der Umzug geschafft. 

Die neue Filiale liegt nur etwa 200 Meter vom bisherigen Standort entfernt – und doch in einer völlig anderen Umgebung. Die Neue Weststadt ist derzeit das bedeutendste Stadtentwicklungsprojekt in Esslingen, für dessen Planungen die Stadt mit der Vorzertifizierung in Gold der Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen ausgezeichnet wurde. Neben rund 600 Wohnungen entstehen auf dem ehemaligen Güterbahnhof- und Hengstenberg-Areal Büros, Geschäfte, Grünflächen und urbane Treffpunkte. Auch die Esslinger Fachhochschule soll in absehbarer Zeit auf dem Gelände eröffnen.

„Wir ziehen in das erste Gebäude ein, das fertiggestellt wurde, und ich bin sicher, dass sich unsere Kundschaft hier sehr wohl fühlen wird“, sagt Sven Theurer zufrieden. Die Fläche sei zwar insgesamt um einiges kleiner als zuvor im Bahnhof, vermittle jedoch durch die architektonisch erheblich bessere Aufteilung ein großzügigeres Raumgefühl. Viel heller und freundlicher sei die Atmosphäre. Die Beratungszimmer hätten nun mit modernster Computer- und Präsentationstechnik ausgestattet werden können. Erwartet werden die Kundinnen und Kunden von der ihnen vertrauten, achtköpfigen Belegschaft. Im zweckdienlich gestalteten Foyer stehen zwei Geldautomaten zur Verfügung, die endlich wieder rund um die Uhr zugänglich sein werden.

Eigene Parkplätze gibt es, wie schon in der Bahnhofstraße, immer noch nicht. Aber nach wie vor ist der ZOB ganz in der Nähe. Und man kann den Filialbesuch mit einem Bummel durch die wunderschöne, historische Esslinger Altstadt verbinden, die alle Kriege wie durch ein Wunder nahezu unversehrt überstanden hat.

Die Benennung der Straße, in der sich die neue Sparda-Filiale befindet, wurde nach heftigen Diskussionen in der Bürgerschaft wie im Gemeinderat gewählt und ehrt fortan eine besondere Tochter der Stadt: Eugenie Henriette Caroline Anna Charlotte von Soden, 1858 in Esslingen geboren, war eine der bedeutendsten Vertreterinnen der Frauenrechtsbewegung in Südwestdeutschland und Vorkämpferin für das Frauenwahlrecht. Auf eine solche „Schirmherrin“ darf man stolz sein.