Der Weg ins Eigenheim

Steigende Mietpreise, niedrige Zinsen für Baugelder, Sicherheit fürs Alter: Es gibt viele Gründe, in ein Eigenheim zu investieren. Eine Immobilie ist aber meist mehr als eine inflationssichere Anlage, auch ideelle Werte wie Lebensqualität, Unabhängigkeit oder die Erfüllung eines lang gehegten Wunsches spielen bei der Entscheidung für Wohneigentum eine zentrale Rolle. Der Traum vom Eigenheim ist schnell geträumt und in den buntesten Farben ausgemalt. Häuslebauer oder -käufer sollten sich allerdings realistisch an das Projekt wagen. Denn lange vor dem Einzug oder selbst vor Baubeginn gilt es, Geld, Zeit und Nerven zu sparen und eine Bestandsaufnahme zu machen. Der Bau oder Kauf eines Hauses will nämlich nicht nur aus finanzieller Sicht gut überlegt sein, auch über genügend Organisationstalent und Durchhaltevermögen sollten künftige Eigenheimbesitzer verfügen.

Selbstverwirklichung beim Neubau oder doch eine Bestandsimmobilie kaufen?

Die Entscheidung für ein Eigenheim ist gefallen? An diesem Punkt steht meist die nächste große Frage im Raum: bauen oder kaufen?

Überdachte Individualität

Die meisten Menschen haben an diesem Punkt bereits klare Vorstellungen von ihren eigenen vier Wänden, die je nach individuellen Bedürfnissen sehr unterschiedlich ausfallen. Auf den ersten Blick scheint ein Neubau in Sachen Individualität die Nase vorn zu haben. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass Bauherren aufgrund des Bebauungsplans häufig starke Abstriche in der äußerlichen Gestaltung ihres Eigenheims machen müssen.

Kommt es Ihnen mehr auf die inneren Werte an, sind Sie bei der Planung eines Neubaus natürlich deutlich flexibler als beim Kauf einer Bestandsimmobilie und können selbst über Aufteilung, Haustechnik und Ausstattung entscheiden. Diese Freiheit bedeutet aber auch, dass Sie in den nächsten eineinhalb Jahren einen zeit- und stressintensiven Nebenjob haben – denn so lange dauert es in der Regel von der Planung bis zum Einzug. Nach dieser Zeit geht der Nebenjob häufig in ein Full-Time-Hobby über, denn jetzt geht es darum, aus nackter Erde einen Garten und aus einem Neubau ein Zuhause zu schaffen.

Zudem ist die finanzielle Belastung in der Regel höher als beim Kauf einer gleichwertigen Bestandsimmobilie, da neben den eigentlichen Ausgaben für den Hausbau zusätzliche Kosten für das Bauland, dessen Erschließung und die Einrichtung der Baustelle sowie Versicherungen wie Bauherren-Haftpflichtversicherung, Feuerrohbau- oder Wohngebäudeversicherung hinzukommen.

Haus mit Geschichte in gewachsener Umgebung

Also doch lieber eine fertige Immobilie erwerben? Dann sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass Sie in diesem Fall Zugeständnisse werden machen müssen, denn das Traumhaus, das 100-prozentig zu Ihren Vorstellungen passt, wird es vermutlich noch nicht geben. Insbesondere Liebhaber von Altbauten und Menschen, die gerne in zentraler, gewachsener Lage wohnen, haben hier hingegen Chancen auf ein Schnäppchen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass das Objekt der Begierde im Vorfeld besichtigt werden kann. So hat man eine handfeste Entscheidungsgrundlage im Vergleich zu Bauplänen und der eigenen Fantasie beim Neubau. Doch auch beim Hauskauf ist Geduld gefragt, denn hochwertige Immobilien in guter Lage sind rar. Gerade weil hier Kompromisse unumgänglich sind, sollte die Kaufentscheidung gut überlegt sein, auch im Hinblick auf die Kosten für notwendige Sanierungsarbeiten. Schauen Sie sich auch in der Nachbarschaft um und plaudern Sie mit den Bewohnern. So erfahren Sie im Vorfeld nicht nur von etwaigen Nachteilen des Hauses oder der Umgebung, Sie stellen auch fest, ob Sie sich in der Gegend langfristig wohlfühlen und eventuell sogar Freundschaften schließen werden.

Wo bitte geht´s zum Traumhaus?

Für die Suche nach dem passenden Grundstück oder Haus brauchen Sie meist einen langen Atem. Um sich besser auf dem Markt orientieren, gezielter suchen und die Auswahl auf die wirklich relevanten Objekte eingrenzen zu können, ist es sinnvoll, im Vorfeld klare Kriterien festzulegen. Neubau oder Bestandsimmobilie, Stadt oder Land, Garten oder keine Außenanlage – die Antworten hierauf sind in diesem Zusammenhang wohl noch die einfachsten. Aber wie sieht es mit der benötigten Zimmer- und Quadratmeterzahl oder mit der notwendigen Infrastruktur und Verkehrsanbindung aus? Wie weit darf der Weg zum Arbeitsplatz oder zu Freunden und Familie sein?

Diese und weitere Fragen sollten Sie sich stellen, um zu sehen, welche individuellen Bedürfnisse von der Lage und Umgebung Ihrer Traumimmobilie abgedeckt werden müssen. Erst wenn Sie eine genaue Vorstellung davon entwickelt haben, was Sie tatsächlich wollen, sollten Sie sich aktiv auf die Suche nach Angeboten machen.

Ansatzmöglichkeiten für die Suche gibt es viele. Und diese sollten Sie idealerweise auch alle nutzen. Ob Makler oder Banken mit Maklerdienstleistungen, Bauamt und Bauträger, Katasteramt oder Gemeindeverwaltung: Suchen Sie auch auf eigene Faust. Oftmals geschieht die Vermittlung nämlich unter der Hand, so dass Sie von öffentlicher Stelle nie davon erfahren. Haben Sie schon eine Gegend gefunden, in der Sie gerne ein Haus oder Grundstück kaufen möchten, befragen Sie einfach die Bewohner dort. So erhalten Sie Kenntnis von leerstehenden Häusern, bevorstehenden Auszügen oder Brachen. Auch Ihren Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis sowie Ihre Arbeitskollegen sollten Sie in die Suche einbeziehen. Je mehr Menschen Sie unterstützen, umso schneller wird Ihr Traum Wirklichkeit.