Worauf Sie und Ihr Geld 2016 vorbereitet sein sollten

Zu Anfang jedes Jahres treten zahlreiche Gesetzesänderungen in Kraft, die sich nicht nur bei den gewohnten Abläufen, sondern vor allem im Portemonnaie der Verbraucher bemerkbar machen. Wir haben für Sie einige wichtige Neuerungen zusammengefasst, die Sie im neuen Jahr 2016 begleiten werden.

Girokonten für alle!

Bislang konnten Banken selbst entscheiden, ob sie Ihnen ein in den Funktionen uneingeschränktes Girokonto1 zur Verfügung stellen wollten. Ab September 2016 sieht das anders aus. Die Europäische Union schreibt vor, dass ab diesem Zeitpunkt jede Bank verpflichtet ist, Verbrauchern Bareinzahlungen, Auszahlungen, Lastschriften, Überweisungen und Kartenzahlungen per Girokonto zu ermöglichen. Tut sie das nicht, kann die Bank sogar sanktioniert werden.

Tschüss, Kontonummer!

Einfach zu merkende Zahlenreihen verlieren ab Februar 2016 ihre Bedeutung, denn dann wird die Umstellung von Kontonummer und Bankleitzahl auf IBAN endgültig abgeschlossen ein. Das steigert zwar die Eingabe von bisher sieben auf 22 Zeichen in den Überweisungs- und Online-Banking-Formularen, bringt aber auch Vorteile mit sich. Das sogenannte SEPA (Single Euro Payments Area)-Verfahren soll nämlich dazu beitragen, dass Überweisungen in Euro schneller und günstiger vonstattengehen. Damit einher geht übrigens auch, dass Sie sich künftig die PIN Ihrer Geldkarte besser merken müssen: Die reine Unterschrift ist nicht mehr gefragt.

Hallo, vereinfachte Steuer!

Ihre Steuererklärung fordert Sie jedes Jahr aufs Neue heraus? Der Fiskus macht es Ihnen leichter. Freibeträge, wie zum Beispiel die Werbungskostenpauschale oder der Sparerfreibetrag, haben ab Januar zweijährige Gültigkeit, müssen also durch Sie oder Ihren Steuerberater nicht mehr jährlich neu beantragt werden. Worauf Sie allerdings achten sollten: Ändert sich etwas an Ihren Freibeträgen, weil zum Beispiel keine Fahrten zum Arbeitsplatz mehr zu Ihren Gunsten abgezogen werden können, müssen Sie dies dem Finanzamt mitteilen (lassen).

Apropos Steuer…

Freudige Nachrichten gibt es auch hinsichtlich des Grund- sowie des Kinderfreibetrags, der sich 2016 erhöhen wird. So erhalten Alleinstehende künftig einen steuerfreien Verdienstrahmen von 8.652 Euro (vorher: 8.472 Euro), Ehepaare sogar 17.305 Euro (vorher: 16.945 Euro). Wer Kinder hat, dem steht außerdem ein um 96 Euro angehobener Kinderfreibetrag in Höhe von 4.608 Euro zu.

Altersvorsorge zahlt sich aus

Die gesetzliche Rente alleine ist heutzutage kaum noch als einzige Vorsorge für das Alter ausreichend. Riester, Sparpläne, Privatrenten – oder der Geldschein unter dem Kopfkissen – haben daher längst Einzug gehalten. Das Finanzamt unterstützt all diese Maßnahmen: Statt wie bislang 80 Prozent des für die Rente aufgewendeten Geldes steuerfrei zu belassen, werden dies ab dem Jahr 2016 ganze 82 Prozent sein. Für Alleinstehende immerhin ein Betrag von bis zu 18.669 Euro (Verheiratete: bis zu 37.338 Euro).

Ein Plus für Rentner und Kinder

Für Rentner und Kinder steht monetär ein wachstumsstarkes Jahr bevor, denn sowohl Rentenzahlung als auch Kindergeld werden erhöht. Bereits ab Januar fallen für die Kleinen monatlich 2 Euro mehr und somit für das erste und zweite Kind 190, für das dritte Kind 196 Euro ab. Wer vier und mehr Kinder hat, bekommt für diese sogar 221 Euro pro Monat. Geringverdiener können bei der Familienkasse darüber hinaus einen Kinderzuschlag beantragen, der nochmals 160 Euro und somit 20 Euro mehr als bisher beträgt. Hingegen ist bei der Rentenerhöhung zwar klar, dass sie kommt – nur über die Höhe wird erst im kommenden Frühjahr entschieden. Aktuell wird geschätzt, dass ab Juli 2016 zwischen 4,3 und 5 Prozent mehr Geld fließen wird.

Denken Sie an Ihre Steuer-ID

Die obligatorische Unterschrift auf dem Freistellungsauftrag ist nahtlos mit Ihrer Steuer verbunden. Ab dem 1. Januar 2016 sollten Sie nicht vergessen, Ihre Steuer-Identifikationsnummer bei einer Kontoeröffnung oder einem anderen Anliegen mit zum Banktermin zu nehmen, denn ohne sie kein Freistellungsauftrag – dafür aber weniger Geld auf dem Konto, denn die fällige Kapitalertragssteuer wird sofort geltend gemacht. Die Steuer-ID wird künftig übrigens auch dann erforderlich sein, wenn Sie beim Staat Kindergeld beantragen – und zwar die Ihres Kindes und Ihre eigene.

Sparen – beim Hausbau und bei der Energie

Wer ein Haus baut weiß, wie wichtig es ist, das Geld zusammenzuhalten. Das fängt beim Bausparen an, geht über in die Modernisierung und mündet in Bemühungen, bei Strom, Gas, Wasser und Heizkosten stetig die Kosten im Rahmen zu halten. In Zukunft fordert der Gesetzgeber gerade Letzteres mit Nachdruck ein, denn die Einsparung von Energie ist bei Neubauten ab Januar 2016 in der Energieeinsparverordnung (EnEV) noch strenger geregelt als bisher. So muss ab diesem Stichtag jedes Wohnhaus eine noch bessere Dämmung vorweisen. Zudem wird die bislang tolerierte Energiemenge bei Warmwasser und Heizung um ein Viertel reduziert.

Gesundheit kostet mehr

Eine Geldanlage macht 2016 weiterhin Sinn – auch hinsichtlich steigender Kosten. Bereits heute ist klar, dass sowohl die Energieversorger als auch die Versicherer ihre Preise erhöhen werden. Während die Netzbetreiber damit einen Rekordwert von bis zu 0,6 Cent pro Kilowattstunde erreichen, sind bei den gesetzlichen Krankenkassen durchschnittlich um 1,1 Prozent angehobene Beiträge zu erwarten. Doch jede Medaille hat zwei Seiten: Künftig werden Sie für Medikamente auf Rezept weniger aus eigener Tasche zahlen müssen, Sie haben vor Operationen das Recht auf eine zweite ärztliche Meinung und Termine bei Fachärzten müssen Ihnen innerhalb von vier Wochen gewährt werden.