Smart Home: So wird es nicht zum technischen Chaos

Smart Home sorgt für Wohnungen und Häuser, die „mitdenken“. Was können die Systeme leisten? Und was ist mit der Datensicherheit? SpardaSurfSafe hat für Sie nachgehakt.

Smart Home: So wird es nicht zum technischen Chaos

Ein vollautomatisiertes Haus wie in der Zeichentrickserie „Die Jetsons“ aus den 1960er Jahren erscheint angesichts der voranschreitenden Entwicklung von Smart-Home-Geräten nicht mehr weit entfernt. Wer neu baut oder renoviert, kann zwischen dutzenden Systemen wählen. Von Heizung über Licht bis hin zur Alarmanlage können alle Geräte miteinander verbunden werden. SpardaSurfSafe, eine Initiative der Stiftung Bildung und Soziales der Sparda-Bank Baden-Württemberg, hat sich angesehen, welche Möglichkeiten zur Nachrüstung von Smart-Home-Systemen bestehen und worauf beim Einstieg in das vernetzte Zuhause geachtet werden sollte.

Wer sein Zuhause zu einem Smart Home umrüstet, erhofft sich ein Plus an Komfort, Möglichkeiten Energie zu sparen und mehr Sicherheit für die eigenen vier Wände. Durch die App-Steuerung stellt sich z. B. die Frage, ob man das Bügeleisen ausgesteckt hat, nicht mehr. Ein Blick aufs Handy reicht, um sicher zu sein, dass alle Geräte aus sind. „Mit Smart-Home-Systemen lassen sich alle wichtigen Geräte im Haushalt steuern – auch von unterwegs“, erklärt Götz Schartner vom Verein Sicherheit im Internet e. V., einem der Mitveranstalter von SpardaSurfSafe. Die eigentliche Herausforderung ist das passende System zu finden. Besonders für Mieter ist das nicht ganz einfach, denn sie brauchen entweder die Einwilligung des Vermieters für den Einbau oder müssen darauf achten, dass die Systeme nicht in die Bausubstanz eingreifen oder wieder zurückgebaut werden können.

Grundlage der meisten Smart-Home-Anlagen ist eine Basisstation, an die alle anderen Geräte angekoppelt werden und über die deren Steuerung erfolgt. „Hierbei gibt es unterschiedliche Standards für die Gerätekommunikation. Einsteiger sollten sich also überlegen, welche Geräte angeschlossen werden sollen und ob sie kompatibel sind“, empfiehlt Schartner. Smart-Home-Neulingen rät er zu Paketlösungen eines Anbieters. „Das heißt nicht, dass man dann auf einen Hersteller festgelegt ist und nur dessen Geräte nutzen kann.“ Die meisten Basisstationen bieten Schnittstellen und integrieren auch andere Hersteller, mit dem gleichen Standard. Vor dem Kauf genau zu planen, welche Bereiche man mit intelligenter Technik ausstatten möchte, lohnt sich. So stellt man sicher, dass alle Geräte zusammenpassen und man tatsächlich den erhofften Erfolg bei Komfort, Sicherheit und Energieeinsparung erzielt.

Auch wenn das Thema Smart Home mittlerweile auf großes Interesse stößt, bleibt vor allem die Datensicherheit eines der größten Bedenken vieler Menschen. „Tatsächlich bieten Smart Homes viele potenzielle Angriffsflächen, denn jedes Gerät ist ein Punkt, an dem Hacker ansetzen können“, sagt Schartner. Bei der Auswahl sollte daher unbedingt auf die Verschlüsselung der Daten geachtet werden. Zudem sollte der gewählte Anbieter keine Bewegungs- und Steuerungsdaten speichern, die zur Erstellung von Profilen genutzt werden könnten. „Als besonders anfällig für Sicherheitslücken hat sich das ZigBee-Protokoll erwiesen, das gleichzeitig eines der beliebtesten Systeme ist. Über Updates lassen sich bekannt gewordene Sicherheitslücken meist schließen. Die Tatsache, ob ein Hersteller solche Aktualisierungen anbietet, sollte ebenfalls in die Kaufentscheidung einfließen.

Insgesamt hat sich einiges auf dem Smart-Home-Markt getan. Zum Massenphänomen sind vernetzte Wohnungen jedoch noch nicht geworden, was zum Teil auch an den Kosten und dem Aufwand des Einbaus liegt. Trotzdem steigt die Nachfrage. Passende Angebote auch für Mieter, die sich ohne größeren Aufwand ein- und wieder ausbauen lassen, sind mittlerweile von allen großen Anbietern verfügbar. Mit dem beginnenden Einzug von smarten Sprachassistenten dürfte die Produktpalette noch ein gutes Stück weiter wachsen.