Geld sparen & vermehren

Geld-Gedanken: So steuern Sie, was Sie ausgeben

Wer Geld-Gedanken kennt, kann Ausgaben besser steuern. Wir haben in den Kopf geguckt und zeigen, wo das Unterbewusstsein uns gern mal Geld aus der Tasche zieht.


Über Money Mindset sprechen wir ja immer mal wieder. Aber wussten Sie auch, dass Geld seine eigene Psychologie hat? Wir haben ein paar Beispiele für Sie – und Tipps, wie Sie sich selbst und Ihr Geld im Griff behalten.

Achtgeben vor dem Ausgeben: der tückische Gegensatz

Zwei Geld-Gedanken als Beispiel. Gedanke 1: „Wow, von 169 Euro auf 99 reduziert!“, Gedanke 2: „Kostet 99 Euro, wie schon die ganze Zeit.“ Wann sind Sie eher geneigt zu kaufen? Das Gefühl bei Gedanke 1 ist ein ganz anderes. Der Gegensatz macht den Unterschied. 17 Grad im Juli fühlen sich kalt an, 17 Grad im November warm. Wenn Sie 10 Euro finden, freuen Sie dich – wenn Sie diese 10 Euro wieder verlieren, sind Sie schlechter drauf als vorher.

Im ersten Gedankenexperiment kommt noch dazu, dass Sie schnell das Gefühl haben, „dieses tolle Angebot gilt nicht lange“ oder „nur so lange Vorrat reicht“. Verknappung, wenn auch künstlich erzeugt, wirkt im Kopf. Und auch das Gegenteil funktioniert. Niedriger Preis A, sehr hoher Preis B, was nehmen Sie? Klar. Aber was machen Sie bei niedrigem Preis A, mittlerem Preis B und hohem Preis C? Zwei Drittel aller Menschen gehen auf die Mitte. Selbst wenn die Mitte ihr Maximalbudget übersteigt oder sie gar nicht hundertprozentig sicher sind, dass es das ist, was sie wollen.

Einordnen statt ausliefern: das unbewusste Festhalten

Wenn Sie eben noch über eine hohe Zahl nachgedacht haben (oder sie genannt bekommen), 70 Millionen Wählerstimmen, 190 km/h, dann merkt sich Ihr Gehirn genau das. Und hält sich unbewusst daran fest, wenn es um andere Zahlen geht – das neue Gehalt, den Preis fürs Auto, … Also: In der nächsten Verhandlung erst mal beeindruckende Zahlen einfließen lassen. „Haben Sie gelesen? 90 Prozent …“

Und was, wenn die Verkäuferin oder der Verkäufer so nett ist? Ihnen Komplimente macht, vielleicht sogar ganz ähnlich spricht wie Sie selbst? Was für ein Zufall! Da kaufen wir doch gern. Zufall? Von wegen. Pure Absicht, und deshalb: Besser kaufen, ohne Verkäuferin oder Verkäufer mit einzubeziehen.

Sie sehen: Denkfehler kosten echtes Geld. Stellen Sie sich vorher darauf ein, was Sie kaufen oder erreichen wollen – und entscheiden Sie erst dann. Nehmen Sie sich Zeit, und denken Sie vorher noch mal nach.

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