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Gemeinsam für die heimischen Wälder

Der Klimawandel setzt den baden-württembergischen Wäldern mächtig zu. Förster begegnen den gefährlichen Entwicklungen mit neuen Pflanzkonzepten. Auch die Stiftung Umwelt und Natur der Sparda-Bank BW trägt mit Hilfe der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald zur Rettung der „grünen Lunge“ bei.

Es ist still. Würziger Duft liegt in der frischen, reinen Luft, der laubbedeckte Boden gibt sanft unter den Füßen nach. Durch mächtige Blätterkronen schimmert mildes Licht und schafft die einzigartige Atmosphäre, die den Kirchenarchitekten der Gotik als Inspiration gedient haben soll. Der Spaziergang durch einen baden-württembergischen Mischwald ist wunderschön und streichelt die Seele.

Dass es diese wohltuende Waldeslust überhaupt gibt, ist keine Selbstverständlichkeit. „Vor 300 Jahren sahen unsere Wälder viel schlechter aus“, sagt Werner Brosi, Leiter des Forstreviers Mainhardter Wald im Landkreis Schwäbisch Hall. Der „Holzhunger“ sei damals immens gewesen. Der begehrte Rohstoff wurde verbaut und verfeuert, der Waldboden diente als Weidefläche für Nutztiere, das Laub wurde zusammengerecht und als Streu verwendet. Bis um das Jahr 1800 Heinrich Cotta auf den Plan trat: „Er hat damals begriffen, dass es so nicht weitergeht, und wurde Begründer der nachhaltigen Forstwirtschaft, wie sie heute im Forstgesetz festgeschrieben ist“, vermittelt der Forstamtmann historisches Wissen. Nie mehr Holz schlagen, als nachwächst, und nie mehr gute Qualitäten schlagen, als vorhanden sind, laute das Prinzip: „Nur so können Qualität und Masse des Holzes von Generation zu Generation besser werden.“

Am 25. April 2021 ist der internationale „Tag des Baumes“!

Das Datum soll die Bedeutung des Waldes für den Menschen und die Wirtschaft im Bewusstsein halten und wird in Deutschland seit 1952 alljährlich mit Baumpflanzungen und anderen Aktionen gefeiert.

Wald im Katastrophenzustand

Seit einigen Jahren stehen die Förster in Baden-Württemberg vor anderen, schwerwiegenden Problemen: „Die Temperatur hat sich um 1,5 Grad erhöht und die Niederschläge sind dramatisch zurückgegangen“, warnt Brosi (Bild Mitte). „Viele der bisherigen Baumarten, wie Fichte, Tanne und zum Teil auch die Buche, verkraften den Klimawandel nicht.“ Durch die Trockenheit der letzten Jahre könnten die Bäume beispielsweise keinen Harzdruck gegen Schädlinge mehr aufbauen. Der Wald sei im Katastrophenzustand. Darauf müssten er und seine Kollegen unbedingt reagieren: „Wir brauchen Bäume, die sowohl trocken- wie frostresistent sind. Dafür versuchen wir Arten aus Gebieten wie dem Vorderen Orient, Vorderasien und der Türkei hierzulande heimisch zu machen.“ Baumarten aus näherliegenden Ländern, wie Norditalien oder Südtirol, kämen nicht in Frage, da in diesen Regionen, anders als in Baden-Württemberg, keine Spätfröste auftreten. Die „Neuen“ würden nur als Beimischung angepflanzt. Denn ob das Konzept funktioniert habe, werde man naturgemäß erst in 50 bis 100 Jahren genau wissen.

„Wir müssen reagieren“

Die dringlichen Maßnahmen zur Rettung der Wälder seien teuer und durch den Erlös aus Holzverkäufen längst nicht finanzierbar. „Förderungen, wie durch die Baumpflanzaktion der Sparda-Bank, sind in dieser Situation äußerst hilfreich und notwendig“, unterstreicht Werner Brosi. In seinem Forstrevier in den Gemeinden Mainhardt und Michelfeld wachsen seit letztem Juli rund 5520 „Kundenbäume“ heran. Passend zum Boden und Umfeld in der Region wurden 3.350 Deutsche Eichen, 850 Türkische Haseln und 1.319 Douglasien (Nadelbäume) gepflanzt. Wuchshüllen schützen die Setzlinge vor Wildverbiss und anderen Schädigungen.

Reinhold Sczuka: „Sparda-Aktion schafft Bewusstsein“

Reinhold Sczuka

Tausende Jungbäume in den Boden zu bringen, ist viel Arbeit. Tatkräftig unterstützt wird die Aktion der Sparda-Bank BW darum von den Mitgliedern der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Die 1947 gegründete SDW ist eine der ältesten Umweltschutzorganisationen in Deutschland. Reinhold Sczuka (Bild rechts), seit 2010 stellvertretender Vorsitzender des SDW-Landesverbands Baden-Württemberg und seit 1993 Bürgermeister der Gemeinde Althütte im Rems-Murr-Kreis, freut sich noch über einen weiteren Effekt der Baumspenden-Initiative von Baden-Württembergs größter Genossenschaftsbank: „Die Sparda-Aktion rückt den unschätzbaren Wert der Wälder und ihren problematischen Zustand ins Bewusstsein vieler Menschen jeden Alters.“ Die Notwendigkeit des Klimaschutzes müsse in den Köpfen ankommen, fordert der Kommunalpolitiker. Sein Verband setze sich mit zahlreichen waldpädagogischen Angeboten dafür ein, besonders Kindern und Jugendlichen die Bedeutung des Waldes und der Forstpflege nahezubringen. „Im digitalen Zeitalter verlieren gerade die jungen Leute leider den Bezug zu diesem Thema“, weiß der 54-jährige Familienvater. „Allein schon aus diesem Grund ist jeder Baum, der öffentlichkeitswirksam gepflanzt wird, ein großer Gewinn für alle.“

2021 wächst unser Kundenwald noch schneller.

Für jedes neu eröffnete Girokonto bei der Sparda-Bank BW wird seit 2019 ein junger Baum in die Erde gesetzt. Unsere Aktion „Wir pflanzen einen Baum für Sie“ hat Baden-Württemberg mittlerweile schon um rund 40.000 „Kundenbäume“ reicher gemacht. Das für den heimischen Forst so wichtige Projekt wird aus den Mitteln unserer Stiftung Umwelt und Natur finanziert. Dieses Jahr verdoppeln wir unsere Anstrengungen: 2021 pflanzen wir gleich 40.000 Setzlinge in der Region. Ein guter Grund, uns weiter zu empfehlen!

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