Wohnen, Bauen & Garten

SpardaStudie: Wohnen in Deutschland 2021

Die Quadratmeterpreise in Baden-Württemberg liegen über dem Bundesdurchschnitt – und steigen. Doch die regionalen Unterschiede sind groß.

Wohneigentum zahlt sich weiterhin aus

Die Kombination aus niedrigen Zinsen, hoher Nachfrage und einem geringen Angebot in den Ballungsräumen bestimmt die Preise: Die durchschnittliche Investitionssumme für den Kauf einer Immobilie in Deutschland erhöhte sich von 264.000 Euro im Jahr 2019 auf rund 354.000 Euro im vergangenen Jahr. Im europäischen Vergleich sind die Immobilienpreise hierzulande aber immer noch eher moderat. Der Quadratmeterpreis beträgt im Schnitt knapp 2.700 Euro und unterschreitet selbst in Metropolen wie Köln oder Berlin die 4.000 Euro-Marke. Premiumlagen in München, Hamburg oder Frankfurt haben in den vergangenen Jahren zwar starke Wertzuwächse erfahren, reichen aber weiterhin nicht an internationale Vergleichsmärkte wie Zürich, Paris oder London heran. Innerhalb von Deutschland gibt es wiederum enorme Spannweiten: Zwischen 880 Euro im Kyffhäuserkreis (Thüringen) und mehr als 8.000 Euro im Landkreis München bewegen sich die Preise in den 401 Kreisen und kreisfreien Städten.

Die Entwicklung in Baden-Württemberg

Der durchschnittliche Quadratmeterpreis in Baden-Württemberg liegt mit 3.308 Euro deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Am teuersten sind Immobilien in Freiburg im Breisgau (ø 4.941 € / m²) und Stuttgart (ø 4.917 € / m²). Stärker als in der Landeshauptstadt selbst zogen die Kosten seit 2017 in den vier benachbarten Landkreisen an. Hier werden aktuell im Schnitt über 4.000 Euro pro Quadratmeter fällig. Eigentum für einen Quadratmeterpreis unter dem deutschen Durchschnitt kann man in 17 der 44 baden-württembergischen Regionen erwerben. Am günstigsten kommen Käufer im Main-Tauber-Kreis weg. Hier kostet der Quadratmeter Wohneigentum im Schnitt nur 1.723 Euro.

Starke Preissteigerungen seit 2005

Die Zahl ist beeindruckend, liegt aber immer noch 4,2 % unter dem bundesweiten Schnitt: Um 71,7 % stiegen die Immobilienpreise in Baden-Württemberg seit 2005. In Freiburg, Stuttgart und Ulm haben sich die Preise seither verdoppelt. Am niedrigsten waren die Steigerungen im Main-Tauber-Kreis (31,8 %) und im Landkreis Tuttlingen (36,1 %). Die beste Zukunftsfähigkeit weisen laut Studie die Städte Stuttgart und Heidelberg auf, gefolgt vom Landkreis Tübingen.

Was bekommt man in Baden-Württemberg für 354.000 Euro?

Durchschnittlich 107 Quadratmeter Wohnfläche kann man in Baden-Württemberg für 354.000 Euro kaufen. Doch die Schwankungen von Region zu Region sind erheblich. So reicht diese Summe in Freiburg und Stuttgart nur für rund 72 Quadratmeter, im Main-Tauber-Kreis und im Landkreis Sigmaringen dagegen für rund 205 Quadratmeter. Zum Vergleich: Der bundesdeutsche Schnitt liegt bei 132 Quadratmeter.

Wo im Bundesland wird am meisten gebaut?

In Relation zum Wohnungsbestand erteilten die Landkreise Tuttlingen und Schwäbisch Hall sowie die Stadt Heilbronn im Studienzeitraum die meisten Baugenehmigungen. Bei den Baufertigstellungen findet sich der Landkreis Tuttlingen jedoch nicht unter den Top-20-Regionen. Hier führt der Landkreis Tübingen die Liste an, dicht gefolgt von der Stadt Heilbronn. Stuttgart bleibt sowohl bei den Baugenehmigungen wie bei den Fertigstellungen unter dem bundesdeutschen Durchschnitt. Die wenigsten Baugenehmigungen gab es in der Stadt Karlsruhe.

Schon gewusst?

Gemessen am Alter ihrer Bewohner ist Heidelberg die jüngste und Baden-Baden die älteste Stadt in Baden-Württemberg. Ein Fünftel der 11,1 Millionen Einwohner des Bundeslandes lebt in Stuttgart. Die Landeshauptstadt weist mit 90.518 Euro das höchste Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf in Baden-Württemberg auf, und damit einen doppelt so hohen Wohlstand wie der bundesdeutsche Durchschnitt.

Das interaktive Online-Tool zur Studie finden Sie unter www.sparda-wohnen2021.de. Hier können Sie detaillierte Informationen zu Ihrer gewünschten Region abrufen und vergleichen sowie die gesamte Studie als PDF-Datei herunterladen.

Die Studie „Wohnen in Deutschland 2021“ der Sparda-Banken wurde in Kooperation mit dem Institut der
deutschen Wirtschaft (IW), der IW Consult und dem Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) erstellt.

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Immobilienmarkt

  • Für 55 % der Mieter mit Erwerbsplänen ist eine schöne Wohngegend ein sehr wichtiges Kaufkriterium. Vor zwei Jahren lag der Anteil bei 38 %.
  • 35 % der Mieter mit veränderten Wohnvorstellungen hätten gerne einen Garten.
  • 25 % der Mieter möchten trotz unsicherer Lage durch die Corona-Pandemie Wohneigentum haben.
  • Nur 2,3 % der Eigentümer haben aufgrund ihrer Erfahrungen während der Corona-Pandemie über einen Umzug nachgedacht.
  • Für 54 % der Mieter mit Erwerbsplänen ist gute Luft ein sehr wichtiges Kaufkriterium.
  • 42 % der Mieter, bei denen sich die Vorstellung über die eigene Wohnsituation durch die Corona-Krise geändert hat, wünschen sich mehr Platz.
  • Nur noch 16 % der Mieter geben an, dass die Nähe zum Arbeitsplatz ein wichtiges Kaufkriterium ist (2019: 32 %).
  • 49 % der Mieter wären bereit, sich für Wohneigentum finanziell (sehr) stark einzuschränken (2019: 40 %).
  • In Ballungsräumen hätten gerne 33 % der Bevölkerung mit veränderten Wohnvorstellungen einen Balkon.
  • In ländlichen Kommunen geben 40 % der Bevölkerung mit veränderten Wohnvorstellungen an, dass sie gerne schnelleres Internet hätten.
  • 18 % der Mieter haben aufgrund ihrer Erfahrungen während der Corona-Pandemie über einen Umzug nachgedacht.
  • Die Bereitschaft von Mietern, für einen Immobilienkauf weiter zum Arbeitsplatz zu pendeln, ist während der Pandemie gestiegen.

© Verband der Sparda-Banken e.V.

Das könnte Ihnen auch gefallen